Das Geheimnis guter Beziehungen

Glücklich allein ist die Seele, die liebt.

Johann Wolfgang von Goethe

Was macht unser Leben aus? Man gibt dem Leben einen Sinn, in dem man etwas tut, was einem gut tut. Das kann zu Beispiel bedeuten, erfolgreich im Beruf zu sein, eine Familie zu gründen, in Freiheit zu leben, auf Abenteuer zu gehen oder auch gute Beziehungen aufzubauen. Wussten Sie, dass soziale Beziehungen für den Mensch genauso wichtig sind, wie Nahrung, Wasser, Wärme, Gesundheit und Schlaf? Denn was uns wirklich ein Leben lang glücklich macht, sind unsere engen Beziehungen. Sie sind ein lebenswichtiger Teil unserer psychischen Grundbedürfnisse. Hat man positive enge Beziehungen, so kann das die Resilienz erhöhen, die Lebensqualität verbessern und sogar die Lebensdauer verlängern. Man ist gesünder, hat eine bessere Stressbewältigung und Schmerztoleranz. Außerdem kann es zu einer Verbesserung des Gedächtnisses führen, denn das pflegen von guten Beziehungen schützt unser Gehirn, aber auch unserer Selbstwert und Selbstmitgefühl wird gestärkt. Es ist nicht die Anzahl an Freundschaften die wir haben und es kommt auch nicht darauf an, ob wir in einer festen Beziehung leben, oder nicht. Entscheidend ist die Qualität unserer Beziehungen.

Was macht eine gute Freundschaft oder Beziehung aus?

Hier lassen sich einige Aspekte aufzählen, einige davon sind:

Alleinsein vs. Einsamkeit

Wichtig zu unterscheiden ist das Alleinsein von der Einsamkeit. Einsamkeit beschreibt ein Gefühl des Mangels an sozialer Verbindung oder des Verlusts von sozialen Beziehungen, während Alleinsein einfach bedeutet, dass keine anderen Personen anwesend sind. Einige Menschen können sich einsam fühlen, obwohl sie in einer Gruppe von Menschen sind, während andere sich allein fühlen können, aber nicht notwendigerweise einsam sind.

Würde man sich fragen, ob das Alleinsein unglücklich macht, ist die klare Antwort darauf: Nein, Alleinsein macht nicht zwangsläufig unglücklich. In der Tat kann das Alleinsein für manche Menschen eine Quelle der Freude und Selbstreflexion sein. Positive Aspekte am Alleinsein ist es z.B. sich eine Rückzugsmöglichkeit zu erschaffen und abzuschalten. Man erhält einen inneren Zugang zu den Gefühlen und Bedürfnissen, kann seine Gedanken freien Lauf lassen und so die Kreativzellen erwecken, Fähigkeiten kultivieren und mit neuen Inspirationen das Leben beeinflussen. Der Körper entspannt sich und versorgt uns mit neuer Energie und Selbstvertrauen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und Beziehungen zu anderen Menschen braucht, um ein erfülltes Leben zu führen. Wenn man sich ständig isoliert und keine Verbindung zu anderen Menschen hat, kann das Gefühl von Einsamkeit und sozialer Isolation auftreten, was das Risiko von psychischen Problemen wie Depressionen erhöhen kann. Bei andauernder Einsamkeit steigen Stresshormone und verschlechtern die Blutwerte. Das kann darauf hinauslaufen, dass einsame Menschen trauriger sind, ein schlechteres Gedächtnis haben, Schlafprobleme aufweisen und eher sterben. Dieses Gefühl ist nicht an die An- oder Abwesenheit anderer Menschen gebunden, sondern ein Gefühl von Menschen nicht beachtet, anerkannt und gebraucht zu werden.

Insgesamt ist es wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Alleinsein und sozialer Interaktion zu finden, um ein erfülltes Leben zu führen. Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse in Bezug auf soziale Interaktion und es ist wichtig, diese Bedürfnisse zu erkennen und danach zu handeln [1].

Anforderungen und Ansprüche auf Beziehungen

Als Menschen haben wir unterschiedliche Ansprüche und Erwartungen an Beziehungen, einschließlich Freundschaften. Unsere Bedürfnisse und Erwartungen können sich je nach Persönlichkeit, Erfahrungen und Lebensumständen unterscheiden.

Einige Menschen bevorzugen zum Beispiel sehr enge Freundschaften, in denen sie viel Zeit miteinander verbringen und sich sehr offen und vertraut austauschen. Andere mögen eher oberflächlichere Freundschaften, in denen sie sich nicht so oft sehen, aber trotzdem Spaß zusammen haben.
Ein weiterer Faktor, der unsere Ansprüche an Beziehungen beeinflussen kann, ist unsere Kultur oder unser soziales Umfeld. Einige Kulturen legen großen Wert auf enge Freundschaften und familiäre Beziehungen, während andere eher individualistisch sind und weniger Bedeutung auf enge soziale Bindungen legen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass es keine "richtige" oder "falsche" Art von Freundschaft gibt, sondern dass jeder Mensch unterschiedliche Bedürfnisse und Vorlieben hat. Einige Menschen können glücklich sein, wenn sie nur wenige sehr enge Freunde haben, während andere eine größere Anzahl von Freunden bevorzugen, mit denen sie verschiedene Interessen teilen können. Es ist wichtig, dass wir uns unserer eigenen Bedürfnisse und Erwartungen bewusst sind und in Beziehungen zu anderen Menschen kommunizieren, was uns wichtig ist, um gesunde und erfüllende Beziehungen aufzubauen.

Wie entsteht Beziehungsfähigkeit?

Das Pflegen von Freundschaften ist eine Fähigkeit, die sowohl angeboren als auch gelernt sein kann. Es gibt einige Hinweise darauf, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie Extraversion oder Empathie mit der Fähigkeit verbunden sein können, Freundschaften zu pflegen. Menschen mit höherer Extraversion haben oft eine höhere soziale Kompetenz und können daher einfacher neue Freundschaften schließen und bestehende Freundschaften aufrechterhalten. Empathische Menschen können sich besser in die Gedanken und Gefühle ihrer Freunde hineinversetzen und sind daher oft besser in der Lage, auf die Bedürfnisse ihrer Freunde einzugehen und sie zu unterstützen.

Jedoch können auch Menschen, die nicht von Natur aus sozial oder empathisch veranlagt sind lernen, wie man Freundschaften pflegt und aufrechterhält. Es gibt viele Fertigkeiten, die Menschen dabei helfen können, erfolgreiche Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, wie z.B. aktives Zuhören, Einfühlungsvermögen, Offenheit, Ehrlichkeit, Vertrauen, Konfliktbewältigung und das Teilen von Interessen und Aktivitäten. Indem man diese Fertigkeiten bewusst praktiziert und ausübt, kann man seine Fähigkeiten im Umgang mit anderen Menschen verbessern und erfolgreiche Freundschaften aufbauen und aufrechterhalten.

Es ist wichtig zu beachten, dass das Pflegen von Freundschaften auch eine Investition erfordert. Es braucht Zeit, Energie und Aufmerksamkeit, um Freundschaften aufzubauen und zu pflegen. Man muss bereit sein, sich Zeit für seine Freunde zu nehmen, sich in ihre Leben zu involvieren und ihre Bedürfnisse und Wünsche zu berücksichtigen. Wenn man jedoch bereit ist, diese Investitionen zu tätigen, kann man enge, dauerhafte und erfüllende Freundschaften aufbauen.

Tierische_Freunde

Ist das Beziehungsarbeit?

Das Pflegen von Beziehungen kann man definitiv als "Beziehungsarbeit" bezeichnen. Beziehungen aller Art - sei es eine Freundschaft, eine romantische Beziehung oder eine familiäre Beziehung - erfordern Aufmerksamkeit, Arbeit und Zeit, um sie aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Eine gute Beziehung ist nicht selbstverständlich, sondern erfordert ständige Bemühungen von beiden Seiten.

Wie bei jedem anderen Bereich des Lebens erfordert die Arbeit an Beziehungen Hingabe und Engagement. Das „Wissen über verbale und nonverbale Synchronie kann sich zunutze gemacht werden, um eine positive Beziehung aufzubauen“ [2]. Es geht darum, Vertrauen und Respekt aufzubauen, Kompromisse zu finden, miteinander zu kommunizieren und gemeinsame Interessen zu teilen. Es geht auch darum, Konflikte zu bewältigen, Schwierigkeiten zu überwinden und Veränderungen und Herausforderungen zu akzeptieren.

Insgesamt ist die Arbeit an Beziehungen ein wichtiger Aspekt des menschlichen Lebens und trägt dazu bei, ein Gefühl der Verbundenheit, Unterstützung und Zufriedenheit zu schaffen. Es erfordert jedoch bewusste Anstrengungen und Zeit, um eine erfolgreiche Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

Machen alte oder neue Kontakte glücklicher?

Es gibt keine einfache Antwort auf die Frage, ob alte Freundschaften oder neue Beziehungen glücklicher machen, da jeder Mensch unterschiedliche Bedürfnisse und Vorlieben hat.

Einige Menschen bevorzugen enge Freundschaften, die schon lange bestehen und die sie seit ihrer Kindheit oder Jugend kennen. Sie schätzen die gemeinsamen Erinnerungen und Erfahrungen, die sie miteinander teilen, und fühlen sich sehr verbunden mit diesen Freunden. Für diese Menschen kann es schwieriger sein, neue Freundschaften zu schließen, da sie sich bereits so stark mit ihren alten Freunden verbunden fühlen.

Andere Menschen mögen es, neue Freunde zu treffen und ihre sozialen Kreise zu erweitern. Sie schätzen die Möglichkeit, neue Perspektiven und Ideen kennenzulernen und neue Erfahrungen zu machen. Für diese Menschen können neue Freundschaften eine Quelle der Freude und des Wachstums sein.

In Bezug auf romantische Beziehungen gibt es ebenfalls keine einfache Antwort. Einige Menschen bevorzugen es, langfristige Beziehungen zu haben, während andere es vorziehen, verschiedene kurzfristige Beziehungen zu haben. Es hängt alles von den individuellen Bedürfnissen, Prioritäten und Erfahrungen ab.

Letztendlich ist es wichtig, dass jeder Mensch seine eigenen Bedürfnisse und Vorlieben versteht und darauf achtet, was ihm am meisten Glück und Zufriedenheit bringt. Es gibt kein "richtig" oder "falsch" in Bezug auf die Art von Beziehungen, die jemand haben sollte, solange diese Beziehungen gesund und erfüllend sind und den Bedürfnissen und Wünschen der beteiligten Personen entsprechen.

Muss man sich mit allen in seiner Umgebung gut stellen?

Unser Verlangen, allen gefallen zu wollen und von allen gemocht zu werden, macht uns unglücklich [3].

Jedoch muss man sich nicht zwangsläufig mit allen in seiner Umgebung gutstellen. Es ist natürlich wichtig, respektvoll und höflich mit anderen umzugehen, aber das bedeutet nicht, dass man enge Freundschaften oder Beziehungen zu jedem haben muss.

Jeder Mensch hat unterschiedliche Interessen, Vorlieben und Persönlichkeiten, und nicht alle werden gut miteinander auskommen oder eine gemeinsame Basis finden. Es ist normal und gesund, dass manche Beziehungen flüchtiger sind oder nicht so eng sind wie andere.

Stattdessen ist es sinnvoll, sich auf Beziehungen zu konzentrieren, die wirklich bedeutsam sind und die einem Freude und Unterstützung geben. Es geht darum, Prioritäten zu setzen und Zeit und Energie in Beziehungen zu investieren, die einem wichtig sind und die einen positiven Einfluss auf das Leben haben.

Insgesamt ist es also nicht notwendig, sich mit allen in der Umgebung gutzustellen, sondern vielmehr darum, auf authentische Weise Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, die Bedeutung und Erfüllung bringen.

Muss ich alles hinnehmen?

Nein, man muss nicht alles hinnehmen. Jeder Mensch hat das Recht, seine eigenen Grenzen und Bedürfnisse zu haben und hinter seinen Vorstellungen und Meinungen zu stehen. Es ist wichtig, diese zu respektieren und zu vertreten.

Das bedeutet nicht, dass man ständig in Konflikte geraten oder unversöhnlich sein sollte, aber es ist gesund, Grenzen zu setzen und für sich selbst einzustehen, wenn man das Gefühl hat, dass eine Grenze überschritten wurde oder ein Bedürfnis nicht erfüllt wird.
Diese Grenzen auf eine respektvolle und einfühlsame Art und Weise zu kommunizieren, beugt Missverständnissen oder Konflikten vor. Eine offene und ehrliche Kommunikation kann dazu beitragen, dass Beziehungen auf gegenseitigem Respekt und Verständnis basieren.

Insgesamt ist es also nicht notwendig, alles hinzunehmen, es geht vielmehr darum, die eigenen Grenzen und Bedürfnisse zu respektieren und auf eine respektvolle und einfühlsame Art und Weise zu kommunizieren.

Paar

Was kann ich (täglich) tun, um meine Beziehungen zu pflegen?

Es gibt viele Dinge, die man tun kann, um Beziehungen zu pflegen:

Aktives Zuhören: Nehmen Sie sich Zeit, um aktiv zuzuhören, wenn Ihre Freunde oder Partner mit Ihnen sprechen. Zeigen Sie Interesse an ihren Gedanken und Gefühlen, und fragen Sie gegebenenfalls nach, um sicherzustellen, dass Sie ihre Aussagen richtig verstanden haben. „Nur wer aktiv zuhört, kann auch adäquat auf seinen Gesprächspartner eingehen.“ [2]

Gemeinsame Interessen: Finden Sie gemeinsame Interessen und Aktivitäten, die Sie mit Ihren Freunden und Partnern teilen können. Planen Sie gemeinsame Aktivitäten, die für alle Beteiligten interessant und ansprechend sind.

Regelmäßiger Kontakt: Planen Sie regelmäßige Treffen und bleiben Sie in Kontakt, auch wenn Sie aufgrund von Zeitmangel oder Entfernung nicht in der Lage sind, sich oft zu treffen. Nehmen Sie sich Zeit für Small Talk, auch wenn es nur wenige Minuten am Tag sind. Fragen Sie Ihre Freunde und Partner nach ihrem Tag oder nach ihren Interessen, und teilen Sie auch Ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen mit. Es geht dabei um den regelmäßigen Kontakt. Vermitteln Sie: "Ich bin da und interessiere mich für dich".

Unterstützung: Bieten Sie Unterstützung an, wenn Ihre Freunde oder Partner Hilfe benötigen. Zeigen Sie Empathie und bieten Sie praktische Hilfe an, wo immer es möglich ist.

Wertschätzung: Zeigen Sie Wertschätzung für Ihre Freunde und Partner, indem Sie ihnen sagen, dass Sie sie schätzen und für ihre Unterstützung danken.

Respektvolle Kommunikation: Kommunizieren Sie regelmäßig und klar mit Ihren Freunden und Partnern. Teilen Sie Ihre Gedanken und Gefühle ehrlich und respektvoll mit, und hören Sie auch auf die Ansichten und Perspektiven Ihrer Freunde und Partner.

Geben und Nehmen: Stellen Sie sicher, dass Sie in Ihrer Beziehung ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen haben. Seien Sie bereit, Ihre Freunde und Partner zu unterstützen und zu helfen, aber erwarten Sie auch Unterstützung und Hilfe von ihnen.

Balance zwischen Nähe und Distanz: Eine gesunde Balance zwischen Alleinsein und sozialer Interaktion ist wichtig. Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse in Bezug auf soziale Interaktion und es ist wichtig, diese Bedürfnisse zu erkennen und danach zu handeln.

Veränderungen zulassen: Zeit beeinflusst unsere Freundschaften. Als Menschen gehen wir durch verschiedene Entwicklungsphasen. Unsere Beziehungen zu anderen tun das auch. Hierbei ist wichtig, Veränderung in der Nähe und der Art der Freundschaft oder Beziehung positiv entgegenzutreten. Das Prinzip der Veränderung anzunehmen, heißt, dass Sie bereit sind, Menschen eine andere Rolle in Ihrem Leben zu geben.

Indem Sie diese Tipps in Ihren Alltag integrieren, können Sie dazu beitragen, Ihre Beziehungen zu pflegen und zu stärken. Es ist wichtig zu beachten, dass Beziehungen viel Arbeit und auch Kompromisse erfordern und dass es normal ist, dass es Höhen und Tiefen gibt. Wenn Sie jedoch regelmäßig Zeit und Energie investieren, um Ihre Beziehungen zu pflegen, können Sie starke und erfüllende Verbindungen aufbauen.

Social Media und Freundschaften

Eine moderate Nutzung von Social-Media-Plattformen kann dazu beitragen, das Gefühl der sozialen Verbundenheit zu erhöhen, aber es ist wichtig, persönliche Beziehungen durch direkte Interaktion und Kommunikation zu pflegen. Ob Social-Media-Freunde zum Wohlbefinden beitragen, hängt von der Art der Beziehung und der Nutzung von Social-Media ab. Studien haben gezeigt, dass eine moderate Nutzung von Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram mit positiven Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden verbunden sein kann. Zum Beispiel können Social-Media-Plattformen dazu beitragen, das Gefühl der sozialen Verbundenheit zu erhöhen, indem sie die Möglichkeit bieten, mit Freunden und Familienmitgliedern in Kontakt zu bleiben, die weit entfernt wohnen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Art der Beziehung zu Social-Media-Freunden oft anders ist als zu Freunden, die man regelmäßig persönlich trifft. Es kann auch schwieriger sein, eine tiefe emotionale Verbindung zu Social-Media-Freunden aufrechtzuerhalten, da die Interaktionen oft auf Likes, Kommentare oder kurze Nachrichten beschränkt sind.

Darüber hinaus kann eine übermäßige Nutzung von Social-Media-Plattformen negative Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden haben, wie z. B. Stress, Angstzustände und Depressionen. Es ist also wichtig, eine gesunde Balance im Umgang mit Social-Media-Plattformen zu finden und persönliche Beziehungen durch direkte Interaktion und Kommunikation zu pflegen.

Insgesamt kann man sagen, dass Social-Media-Freunde zum Wohlbefinden beitragen können, aber es ist wichtig, ihre Rolle im Kontext anderer persönlicher Beziehungen zu betrachten und eine gesunde Balance im Umgang mit Social-Media-Plattformen zu finden.

Zusammenfassung

Um Beziehungen zu sich selbst und seinen Mitmenschen zu stärken ist es förderlich, sich regelmäßig daran zu erinnern, wofür man im Leben dankbar ist. Dazu können Sie z.B. einmal in der Woche ein Dankbarkeits-Tagebuch führen. Aktives Ausdrücken von Dankbarkeit kann zur Beziehungsstärkung beitragen. Um Dankbarkeit zu praktizieren, können Sie die Übung „Dankbarkeits-Tagebuch“ ausprobieren.

Übung: „Dankbarkeits-Tagebuch“

Ziele: Sie verbessern Ihre Beziehungsqualität, Schätzen positive Beziehungen und erleben regelmäßig Dankbarkeit.

Ein paar gute Gründe: Das Dankbarkeits-Tagebuch gibt Ihnen eine Chance, Ihre Welt und Ihr Leben positiv wahrzunehmen und zeigt, dass Sie selbst einiges für Ihr eigenes Glück beitragen können. Durch regelmäßiges Praktizieren erhöht dies Ihr Wohlfühl- und Werteglück und verbesserte Ihre Beziehungsqualität. Es kann auch wirksam bei Depressionen, generalisierte Angststörung, Phobien, Bulimie oder Abhängigkeitserkrankungen sein.

Kurzbeschreibung: Beschreiben sie wöchentlich etwa 5 Dinge oder (gemeinsame) Erlebnisse, für die Sie dankbar sind.

Anleitung:

  • Nehmen Sie sich einmal die Woche Zeit, um sich in Ruhe zu überlegen, für welche Dinge, gemeinsame Erlebnisse oder Personen Sie in ihrem Leben sie dankbar sind.
  • Machen Sie das am besten schriftlich, denn dadurch erzielen Sie einen nachhaltigeren und stärkeren Effekt.
  • Es empfiehlt sich, etwa drei bis fünf verschiedene Aspekte pro Thema bzw. Sitzung zu sammeln.
  • Abwechslung ist alles. Versuchen Sie den Fokus jede Woche auf etwas anderes zu richten. Denn wenn Sie stets das gleiche notieren, wird es auf Dauer „langweilig“. Daher ist es sinnvoll sich auf unterschiedliche Lebensbereiche, Personen oder Umstände zu konzentrieren.

Tipps zum Starten:

  • „Was ist mir (heute) Gutes widerfahren?
  • Was hat mich wirklich glücklich gemacht?
  • Hat mir jemand (heute) ein Lächeln geschenkt?
  • Wer gibt mir ein gutes Gefühl?
  • Welche guten Eigenschaften habe ich und hat sich heute eine davon gezeigt?
  • Habe ich alles, was ich wirklich brauche?
  • Was gibt mir Sicherheit?
  • Was ist Glück für mich?
  • Was habe ich für mein Glück getan?
  • Was schätze ich an meinen Beziehungen?“ [4]

Alternativen:

Sie können auch eine Dankbarkeitsliste führen, auf der Sie wöchentlich drei Erlebnisse notieren, für die Sie dankbar sind.

Dankbarkeitsbesuch: Alternativ können Sie auch einen Brief an eine Ihnen nahestehende Person schreiben und diesen der betreffenden Person persönlich geben oder vorlesen [5].

Hören Sie mehr zum Thema im Interview mit Dr. Melanie Hausler im Podcast der TT.

Um einen guten Liebesbrief zu schreiben, musst du anfangen, ohne zu wissen, was du sagen willst, und endigen, ohne zu wissen, was du gesagt hast.

Jean-Jacques Rosseau

Quellen:

[1] Dewerne, I. (2022, Dezember 21). Alleinsein sollte man lernen, denn es ist wichtig für unser Wohlbefinden. Esquire. https://www.esquire.de/news/gesellschaft/psychologie-achtsamkeit-vorteile-des-alleinseins

[2] Baab, A. (2022). Gemeinsam glücklicher durch positive Kommunikation. Zentrum Für Integrative Positive Psychologie. https://www.zipp.pro

[3] Senftleben, R. (2020, Dezember 15). Wieso du besser nicht allen gefallen und es allen recht machen solltest. Zeit zu leben. https://zeitzuleben.de/allen-gefallen/

[4] Dauer, J. (2021, März 17). Warum es dich glücklicher macht. brigitte.de. https://www.brigitte.de/liebe/persoenlichkeit/dankbarkeitstagebuch--studien--beispiele-und-ideen-11714944.html

[5] Hausler, M. (2019). Glückliche Kängurus springen höher: Impulse aus Glücksforschung und Positiver Psychologie.(S. 178). Junfermann Verlag.


Tabea Straßer

Tabea ist Psychologiestudentin an der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck. Ihr allgemeines Interesse für zwischenmenschlichen Beziehungen wurden durch ihren dreijährige Aufenthalt in Australien, die damit einhergehenden Wechsel von Komfortzonen, den kulturell unterschiedlichsten Begegnungen und der tiefen Selbsterfahrung beeinflusst. Sie erhofft sich in einer zukünftigen Praxis diese Passionen durch eine ganzheitliche und psychotherapeutische Kombination zu praktizieren.

Dr. Melanie Hausler

Dr. Melanie Hausler ist Psychologische Psychotherapeutin, Gesundheits-, Arbeits- und Organisationspsychologin, Trainerin für Positive Psychologie und Autorin von "Glückliche Kängurus springen höher". Sie ist als Psychologin und Coach in freier Praxis tätig und hält Vorträge und Workshops. Zudem ist sie Geschäftsführerin des Zentrums für Integrative Positive Psychologie ZIPP und verbindet dort die Vorteile der Positiven Psychologie mit den Stärken verschiedener anderen Disziplinen.